Über den Aspekt der Männlichkeit und unsere Väter
- louisaglaschke
- 14. Mai
- 5 Min. Lesezeit

Danke Papa. Für all das was es Dich und Mich gekostet hat. Danke, dass ich hier bin. Die Verantwortung für dein Leben lasse ich bei dir und ich trage die Verantwortung für mein Leben. Ich schulde dir nichts und du schuldest mir nichts. Als ich noch ein Kind war, hätte ich mir gewünscht, dass du mich lehrst wie ich mutig bin. Wie ich Grenzen setze und dass ich Grenzen habe. Ich hätte mir eine Schulter zum anlehnen gewünscht und Interesse. Ich hätte mir Schutz von dir gewünscht. Aber jetzt bin ich gross und gebe mir all das selber.
Kannst du diese Sätze sagen ohne Wiederstand ?
Welche Gedanken kommen dir bei diesen Sätzen?
Solltest du Wiederstände spüren dann kontaktiere mich denn diese klaffende Wunde regiert noch heute die Entscheidungen in deinem Leben und möchte heilen.
Aber was ist eigentlich ein Vater & was wäre männlich?
Der Begriff Männlichkeit wird gesellschaftlich momentan hinterfragt.
In diesem Beitrag möchte ich das Konstrukt männlichkeit aus der Familiensystemischen Perspektive beleuchten.
Doch vorab eine Begriffsklärung.

Hier eine Übersicht
Integrierte weibliche Aspekte | Integrierte männliche Aspekte |
Urvertrauen | Schutz |
Intuition | Logik |
Emotion | Fokus |
Träumen | Handlung |
Kreativität | Struktur |
Inspiration | Entscheidung |
Hingabe | Kontrolle |
Loslassen | Führung |
Heilung | Umsetzung |
Entspannung | Zielsetzung |
Passiv | Aktiv |
Mond | Sonne |
Yin | Yang |
Hingabe | Kontrolle |
Verletzlichkeit | Kraft |
Empfangen | Machen |
Bedingungslose Liebe | Aktive Unterstützung |
Wir tragen all das in uns und beides ist wichtig. Beide Energien müssen im Einklang und Gleichgewicht sein und sich ergänzen damit ein Gleichgewicht und Gesundheit besteht. Denn es gibt kein besser oder Schlechter, kein richtig und kein Falsch, in diesen Wirkkräften.
Wenn du dir beim Lesen dieser Aspekte dachtest, „das ist viel besser als das andere“, dann kann das daran liegen, dass diese Aspekte in dir nicht gesund und integriert sind, sondern an der ein oder anderen Stelle verletzt und sogar toxisch sind. Toxisch bedeutet, so wie du sie auslebst schaden sie dir oder sogar anderen. ( Woher das kommen kann, kommt im unteren Teil)
In der westlichen Welt hat sich der Fokus zu den männlichen Aspekten, spätestens während der Insustrialisierung geschiftet. Produzieren und erschaffen wird als wertvoll anerkannt und sobald wir mal in eine „ unproduktivere“ Phase eintauchen, in der einfach nur sind, fragen wir uns, was falsch läuft.
Aus der erdachten Überlebensnot bringen wir im Höchstfall noch Energie in unserer Freizeit auf um uns Zeit für Tiefe zu nehmen. Wir beschäftigen uns weiter und so lassen wir unserem Körper keinen Raum um all die Erlebnisse und Kraftakte zu Verstoffwechseln und zu integrieren.
Meine Erkenntnis aus der Forschungsreise mit diesen Kräften
Der Raum für Stille und Leere dient zur Integration des Erlebten und die Zeiten der Leere und Zeitweise sogar Dunkelheit sind wie ein Gewächshaus für die anschliessend wieder austreibenden Kräfte der Kreativität.
Wir leben in einer Welt der Dualität und das Pendel schwingt hier in 2 Seiten. Eine Zeit der Aktivität fordert eine Zeit der Leere. Das Gleichgewicht in beidem bedeutet eine harmonische Kraft nach frone. EGAL ob du dich als Mann oder Frau identifizierst. Diese Kräfte wirken in dir.
Wenn diese Kräfte in uns fehlgeleitet sind kann folgendes entstehen:
Verletze Weiblichkeit | Verletzte Männlichkeit |
Opfermodus | Agression |
Antriebslosigkeit | Gefühl des Getriebenseins |
Selbstverurteilung | Manipulation |
Abhängigkeit | Zwang (übertriebene Kontrolle) |
Chaos | Perfektionismus |
Anhand dieser Beispiele wirst du merken, dass es sich hier wirklich um die in jedem oder jeder innenwohnenden Aspekte von Yin und Yang handelt.
In der Akupressur wird durch den Druck auf bestimmte Knotenpunkte in den Energiebahnen der Fluss und der Fokus des Körpers verlagert, hin zu einem Gleichgewicht im Energiefluss.
Auch in unseren Geistigen Strukturen können wir das durch Prozessarbeit, Coaching, Therapie oder sonstige Handlungen die uns in Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt bringen,
„Wir kommen wieder in den Fluss.“
Konkret bedeutet das
Seit tausenden von Jahren wird auf diesem Planeten Krieg geführt. Wie furchtbar muss das gewesen sein. Das Land muss bewirtschaftet werden damit die Familie genug zu essen hat und dann liessen die Männer alles stehen und liegen um in den Krieg zu ziehen. Die Frau mit den Kindern zurückgelassen. Vielleicht hast du ein frisch geborenes Baby und du weist nicht ob du jemals zurückkommst.
Ich finde es selbsterklärend, dass eine Überlebensstrategie hier war die Emotionen abzukoppeln. Aber es ist keine Entschuldigung für Selbstgerechtigkeit, Empatielosigkeit oder Missbrauch.
Damit ein Mensch vollkommen ausreift und in all seinen Aspekten „erWachsen“ werden kann braucht es in systemischer Betrachtung Mutter ( 0-7 Jahre) Vater (7-14 Jahr) und dann wieder das gleiche Geschlecht. Also ein Mädchen orientiert sich von ihrer ersten grossen Liebe, dem Vater wieder zurück zur Mutter um erwachsen zu werden ( 14- 18 Jahre ) und ein Junge bleibt bei seinem Vater.
Über Jahrtausende blieben Väter aus.
Ein Familiensystem ist gleich wie ein Ökosystem. Bricht ein Teil weg, füllt ein anderer Teil es aus. Viele Jungen mussten schnell erwachsen werden und neben die Mutter an die Stelle einer Vaterfigur treten. Dieses Ungleichgewicht besteht in Fülle noch heute denn es wurde nie anerkannt.
Heilung entsteht immer dann wenn wir den Schmerz nicht mehr wegdrängen sondern ihn ERKENNEN. Sehen dass da ein Loch ist. Eine Unwissenheit, ein Mangel.
Wenn wir das sehen können wir diesen Schmerz heilen und neue Strategien entwickeln. Ein Mann kann also sagen, ich habe nie gelernt zu weinen, Gefühle waren für mich immer Schwäche denn wir mussten kämpfen um zu überleben usw. Anzuerkennen - HEUTE ist es aber nicht mehr so, bedeutet auch dass eine neue Realität erschaffen werden kann. Somit eröffnet sich bereits die Tür zu mehr tiefe. Und neue Möglichkeiten entstehen.
Wo Gedanken des Mangels sind kann keine Fülle sein.
Ein Kind reproduziert unbewusst die Geschichte der Sippe, bis sie bewusst wird. Wenn man am falschen Platz steht im Familiensystem.- Also Mutters - Söhnchen ist oder Vaters- Töchterchen - dann kann man weder einen Mann an der Seite haben noch eine richtige Frau. Trennung geschieht wieder.
Familienaufstellungen machen diese Dynamiken sichtbar und können diese alten und unbewussten Mechanismen auflösen.
Zuletzt möchte ich über eine weitere Wunde sprechen.
Eine abwesende Mutter.
Die erste grosse Liebe eines jeden Jungen ist die Mutter. Wenn diese Emotional abwesend ist, da sie viel arbeitet, Toxische Beziehungsmuster lebt, physisch oder psychisch krank ist usw. kann das Kind die Sicherheit in dieser Liebe nicht integrieren. Der erste Liebeskummer sozusagen. Ein Kind zweifelt die Elternteile nie an. Es denkt immer, es selbst sei falsch und lässt Kritik an den eigenen Erziehungsberechtigten nicht zu. ( Hierzu braucht es einen weiteren Bloggbeitrag)
Somit gelingt es dem Kind also nicht diese bedingungslose Liebe zu integrieren.
Das Gefühl von Vertrauen, getragen sein und Satt sein, wird somit nicht verankert.
Der Mensch wächst mit einem Gefühl des emotionalen Mangels auf und Gedanken wie „ ich muss mich noch mehr anstrengen“ lassen Wurzeln wachsen auf die das Konstrukt Leben dann aufbaut.
In den ersten 5 Jahren eines Kindes werden diese inneren Überzeugungen manifestiert. Sie bilden die Säule unseres Mentalkörpers.
Wenn also die Sicherheit und das tief verankerte Urvertrauen fehlt, beginnt der Mensch zu manipulieren um seine Existenz zu sichern, noch mehr zu machen damit es endlich gut genug ist, zu über kontrollieren ob auch wirklich alles okay ist, zu kämpfen usw.
"Bei aggressiven Jungen sind vielfach die Vä-
ter nicht anwesend. Oft handelt sich um Fami-
lien, in denen die alleinstehende Mutter über-
fordert ist. Systemisch wirkt zusätzlich ein
tieferer Hintergrund: Wenn der Sohn spürt,
dass der Vater missachtet und ausgeklammert
wird, kann er dies in seinem treuen Herzen
nicht ertragen und bildet unbewusst eine Ko-
alition mit dem Vater. Im Grunde vermisst
das Kind Vertrauen, Geborgenheit und Lie-
be. Dem Kind geht es nämlich nur dann gut,
wenn es beide Eltern achten und lieben kann.
Erst dann kann es sich selbst achten und lie-
ben. Das Kind verliert ansonsten die Werteorientierung
und gerät in ein innerliches Cha-
os. Es wird zum Chaoten. Das ist eine häufige
Ursache für blindwütigen Vandalismus" Zitat Pierre Frot
Ich glaube, wir brauchen neue Rollenbilder. Aber dafür müssen wir bereit sein unsere alten aufzugeben und dafür gibt es keine Vorlage. Wir müssen bereit sein und zu reflektieren und ferner dem Konzept „ Richtig und falsch“ neue Rollen entwickeln.
Wenn wir fähig sind in Wirkung und Ursache zu denken und dabei eine respektvolle und emphatische Haltung einnehmen, können wir eine liebevollere Welt kreieren.
Doch es braucht die Integration deiner eigenen Verletzungen aus diesem Kreislauf um neue Wege zu gehen.





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